Raubkunst in der sammlung
Die heutige Kunstsammlung des Museums beruht größtenteils auf Schenkungen und Ankäufen. Einige Werke landeten jedoch auf eine völlig andere Weise im Rubenshuis. 1951 erhielt das Museum acht Gemälde, die im Zweiten Weltkrieg von den Nazis beschlagnahmt worden waren.
Bekannte Namen, unbekannte Besitzer
Es handelt sich dabei um Werke von u. a. Jordaens, Snijders, Van Uden und Wildens, die nach der Befreiung wiedergefunden wurden. Das Amt für Wirtschaftsförderung - Dienst voor Economische Recuperatie (DER) - sollte zurückgelassene, geraubte oder gestohlene Kunstwerke und Kulturgüter an die rechtmäßigen Eigentümer oder deren Erben zurückgeben. Bei 78 Stücken konnte die Herkunft jedoch nicht eindeutig geklärt werden. Daraufhin verteilte sie das DER an elf öffentliche Einrichtungen.
Washingtoner Erklärung
Eine dieser Einrichtungen was das Rubenshuis. Die acht ihm zugewiesenen Gemälde werden bis heute dort aufbewahrt. Auf der Washingtoner Konferenz 1998 unterzeichnete Belgien die Prinzipien in Bezug auf Kunstwerke, die in der Nazizeit verschwunden oder von den Nationalsozialisten geraubt bzw. beschlagnahmt worden waren. Um die Herkunft dieser Werke zu klären, arbeiteten Museen und kulturelle Einrichtungen mit dem Studienausschuss für jüdisches Eigentum und der Entschädigungskommission zusammen.
Laufende Nachforschungen
Die Suche nach den ursprünglichen Besitzern erstreckte sich über viele Jahre, führte bei den acht Stücken aus der Sammlung des Rubenshuis jedoch nicht zu nennenswerten Ergebnissen. Die Werke wurden daraufhin – genau wie andere Museumsstücke mit ungeklärter Herkunft oder unvollständigen Angaben dazu – in eine nationale Datenbank aufgenommen. Ziel dieses Verfahrens ist eine vollständige Transparenz bezüglich des Ursprungs dieser Sammlungsstücke sowie die Entschlüsselung ihrer Vorkriegsgeschichte. Das Rubenshuis arbeitet diesbezüglich mit den Gemeinschaften, der föderalen Regierung und anderen beteiligten Einrichtungen und Museen zusammen.
Aufruf
Kurzum: Die Nachforschungen laufen weiter. Somit sind alle Tipps herzlich willkommen. Sollten Sie über Informationen, Abbildungen oder Unterlagen/Dokumente verfügen, die zu Erkenntnissen über die Vorgeschichte der acht Raubgemälde des Rubenshuis (siehe nachfolgende Abbildungen) führen, setzen Sie sich bitte per E-Mail an rubenshuis@antwerpen.be mit uns in Verbindung und beteiligen Sie sich an der Wahrheitsfindung.