Geschichte

Von Rubens zum Rubenshuis: das Museum im Wandel der Zeit.  

Geschichte
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Rubens, Rubenshuis und Rubenianum: Damals bis heute

Nach Rubens' Tod im Jahr 1640 wechselt sein Haus mehrmals den Besitzer. Vor allem in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts führt dies zu einer Reihe von tiefgreifenden Renovierungen. Glücklicherweise setzt sich einige Jahrzehnte später immer mehr die Erkenntnis durch, dass das Haus des berühmtesten Künstlers von Antwerpen mehr Aufmerksamkeit verdient. Nach zahlreichen Versuchen erwirbt die Stadt das Anwesen 1937 und baut es zu einem Museum um. Die Türen öffnen sich erstmals 1946.   

1942 - 1948

Mehr als 20 Jahre nach dem Aufruf des Antwerpener Kurators Paul Buschmann nimmt die Idee eines Forschungsinstituts für alte flämische Kunst Gestalt an. Nachfolger Ary Delen spricht von „einem Rubenianum“. Der historische Kolveniershof hinter dem Rubenshuis erweist sich als der ideale Ort. Die Stadt kauft das Anwesen und plant eine gründliche Restaurierung.  

1950 - 1959

Rubenshuis-Kurator Frans Baudouin setzt sich für das Projekt Rubenianum ein und beginnt mit dem Aufbau einer Bibliothek und eines Bildarchivs. Zusammen mit Roger-A. d'Hulst gründete er 1959 das „Nationaal Centrum voor de plastische Kunsten van het 16. en 17. eeuw“. Sein Ziel: Forschung zur flämischen Kunst zu fördern und zu veröffentlichen.   

1962 - 1968

Nach dem Tod des deutschen Rubensexperten Dr. Ludwig Burchard gelingt es Baudouin, dessen gigantische Bibliothek und Archiv zu erwerben. Die Familie stellt eine Bedingung: das Lebenswerk von Burchard posthum zu realisieren. Dieser Auftrag wird an das Centrum Rubenianum vergeben. Die Ankunft der Sammlung aus London in drei bis zum Rand gefüllten Containern markiert den offiziellen Start des Rubenianum, das damals im Museum Smidt van Gelder untergebracht ist. Der erste Band des Corpus Rubenianum Ludwig Burchard wird 1968 veröffentlicht.  

1975 - 2013

Fast 30 Jahre nach dem Kauf beginnt die Stadt Antwerpen mit der Restaurierung des Kolveniershofs und dem Neubau eines angrenzenden Gebäudes. Im Jahr 1981 zieht das Rubenianum ein und erlangt einen soliden Ruf unter Forschern und Kunsthistorikern weltweit. Der Beginn einer langfristigen Zusammenarbeit mit dem „Nederlands Instituut voor Kunstgeschiedenis“ im Jahr 2012 läutet den Übergang von der analogen Dokumentationsarbeit zu Online-Arbeitsprozessen ein. Ein Jahr später feiert das Rubenianum sein 50-jähriges Bestehen mit dem Studientag Picturing Ludwig Burchard (1886-1960). A Rubens Scholar in Art-Historiographical Perspective, der 2015 in Buchform verewigt wurde.  

  

2016 – 2024

Als das Rubenshuis zunehmend aus allen Nähten platzt und mit einem Mangel an Platz, Komfort und Zugänglichkeit zu kämpfen hat, entsteht 2016 die Idee für ein vereinheitlichendes Gesamtkonzept. Es ist der Auftakt zu einer Fusion zwischen dem Museum und dem Rubenianum im Jahr 2024. Letzteres verschwindet als eigenständige Institution, lebt (und arbeitet) aber in der wissenschaftlichen Bibliothek des Rubenshuis weiter.